Welche Inhalte braucht eine Vereinswebsite? Die Checkliste
AI-generatedEine Vereinswebsite braucht nicht möglichst viele Seiten. Sie braucht die richtigen Informationen an den richtigen Stellen.
Besucher kommen selten, um sich „ein bisschen umzusehen". Sie suchen eine Trainingszeit, einen Ansprechpartner, den nächsten Termin, eine Möglichkeit mitzumachen oder den Beleg, dass hinter dem Vereinsnamen eine aktive Organisation steht.
Diese Checkliste ordnet die Inhalte deshalb nach tatsächlichen Aufgaben. Sie eignet sich sowohl für einen Relaunch als auch für die Vorbereitung einer neuen Website. Den vollständigen Projektablauf beschreibt der Leitfaden zum Erstellen einer Vereinswebsite.
Die sieben wichtigsten Seiten
Für die meisten Vereine bildet diese Struktur eine gute Basis:
- Startseite
- Über den Verein
- Angebote, Abteilungen oder Projekte
- Termine und Veranstaltungen
- Mitglied werden oder mitmachen
- Kontakt
- Impressum und Datenschutz
Ein Bereich für Neuigkeiten kann sinnvoll sein, ist aber nicht automatisch Pflicht. Er sollte nur eingeplant werden, wenn jemand dauerhaft Inhalte veröffentlicht.
1. Die Startseite
Die Startseite muss innerhalb weniger Sekunden vier Fragen beantworten:
- Wer seid ihr?
- Was macht ihr?
- Wo seid ihr aktiv?
- Was kann ich jetzt tun?
Ein brauchbarer Einstieg könnte lauten:
Der Beispielverein Issum bringt seit 1998 Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Volleyball zusammen. Trainiert wird montags und donnerstags in der Sporthalle am Markt. Neue Mitglieder können jederzeit ein kostenloses Probetraining vereinbaren.
Dieser Absatz ist hilfreicher als „Herzlich willkommen auf unserer Homepage". Er enthält Vereinsname, Ort, Angebot, Zielgruppen, Zeiten und den nächsten Schritt.
Zusätzlich gehören auf die Startseite:
- ein echtes, aktuelles Bild
- nächster wichtiger Termin
- wichtigste Angebote oder Abteilungen
- klarer Link zu Mitgliedschaft oder Kontakt
- kurze Information über den gesellschaftlichen Zweck
Vermeidet automatisch wechselnde Slider mit fünf gleich wichtigen Botschaften. Die wichtigste Aussage sollte sofort sichtbar sein und nicht nach einigen Sekunden verschwinden.
2. Über den Verein
Die Über-uns-Seite schafft Vertrauen. Sie muss keine vollständige Chronik seit der Gründung enthalten.
Sinnvoll sind:
- Zweck und Werte des Vereins
- kurze Geschichte
- Ort oder Einzugsgebiet
- Größe oder Struktur, wenn relevant
- Vorstand und Verantwortliche
- Mitgliedschaften in Verbänden
- besondere Erfolge oder laufende Schwerpunkte
Schreibt aus Sicht eines Menschen, der den Verein noch nicht kennt. Interne Abkürzungen, Gremiennamen und jahrzehntealte Details können für Mitglieder wichtig sein, sollten den Einstieg aber nicht dominieren.
Wenn der Vorstand dargestellt wird, braucht jede Person nur die Informationen, die für ihre Rolle notwendig und zur Veröffentlichung freigegeben sind.
3. Angebote, Abteilungen oder Projekte
Dieser Bereich beantwortet, was Menschen konkret bei euch tun, nutzen oder unterstützen können.
Für einen Sportverein können das Mannschaften und Trainingsgruppen sein. Eine soziale Initiative beschreibt Beratungsangebote oder Hilfsprojekte. Ein Kulturverein zeigt Ensembles, Veranstaltungen oder Workshops.
Jedes Angebot sollte mindestens enthalten:
- verständlicher Name
- kurze Beschreibung
- Zielgruppe oder Voraussetzungen
- Zeitpunkt und Ort
- verantwortliche Kontaktperson
- Kosten oder Beiträge, falls vorhanden
- nächster Schritt
Gebt Abteilungen sprechende Seitentitel. „Jugendfußball U12 in Geldern" ist verständlicher und auffindbarer als „Team 4".
4. Termine und Veranstaltungen
Termine gehören zu den meistgesuchten Informationen einer Vereinswebsite. Deshalb müssen sie schnell erreichbar und auf dem Smartphone gut lesbar sein.
Ein Termin braucht:
- Titel
- Datum und Uhrzeit
- Ort mit vollständiger Adresse
- kurze Beschreibung
- Zielgruppe
- Anmeldung oder Kontakt, falls erforderlich
- Frist und Kosten, falls vorhanden
Vergangene Termine sollten automatisch oder regelmäßig entfernt beziehungsweise in ein Archiv verschoben werden. Nichts wirkt ungepflegter als eine Startseite, die im Juli noch zur Weihnachtsfeier des Vorjahres einlädt.
Ein externer Kalender kann praktisch sein, bringt aber zusätzliche Abhängigkeiten und möglicherweise Datenschutzfragen mit. Prüft, ob eine einfache Terminliste den Bedarf bereits erfüllt.
5. Mitglied werden, helfen oder spenden
Wer sich engagieren möchte, sollte nicht erst eine PDF-Satzung durchsuchen müssen.
Erklärt:
- wer Mitglied werden kann
- welche Mitgliedsarten es gibt
- wie hoch Beiträge sind
- wie der Beitritt abläuft
- ob ein Kennenlernen oder Probetraining möglich ist
- welche Unterlagen benötigt werden
- wer Fragen beantwortet
Wenn ehrenamtliche Hilfe gesucht wird, nennt konkrete Aufgaben. „Wir suchen Unterstützung beim Sommerfest am 18. August" ist wesentlich wirksamer als „Helfer gesucht".
Bei Spenden gehören Zweck, Verwendung, Zahlungsweg und Ansprechpartner zusammen. Ein Spendenbutton ohne Erklärung erzeugt weniger Vertrauen als ein greifbares Projekt.
6. Kontakt und Ansprechpartner
Eine zentrale Kontaktseite braucht nicht zwanzig private Telefonnummern.
Eine gute Grundausstattung ist:
- allgemeine Vereinsadresse
- funktionale E-Mail-Adresse
- Postanschrift
- Vereins- oder Veranstaltungsort
- klare Zuständigkeiten
- Kontaktformular nur, wenn es zuverlässig zugestellt und beantwortet wird
Funktionale Adressen wie vorstand@verein.de oder jugend@verein.de lassen sich bei einem Rollenwechsel leichter übergeben als private Postfächer.
Wenn verschiedene Abteilungen eigene Kontakte haben, erklärt kurz, für welche Anfrage welche Person zuständig ist.
7. Impressum und Datenschutz
Rechtliche Angaben dürfen nicht einfach aus einer anderen Vereinswebsite kopiert werden.
§ 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes nennt Informationen, die bei geschäftsmäßigen digitalen Diensten leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein müssen. Dazu können bei juristischen Personen unter anderem Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Anschrift, E-Mail-Adresse und Registerangaben gehören.
Die Datenschutzerklärung muss zur tatsächlichen Technik passen. Ein Kontaktformular, eingebettete Karten, Videos, Webanalyse oder externe Schriftarten verarbeiten andere Daten als eine rein statische Informationsseite. Die Informationspflichten gegenüber betroffenen Personen ergeben sich insbesondere aus Artikel 13 DSGVO.
Speichert eine Website Informationen auf Geräten oder greift darauf zu, verlangt § 25 TDDDG grundsätzlich eine informierte Einwilligung, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift. Ein Cookie-Banner ist deshalb nicht automatisch erforderlich: Entscheidend ist, welche Technik tatsächlich eingesetzt wird.
Dieser Abschnitt ist eine organisatorische Checkliste und keine Rechtsberatung. Lasst die Angaben und Rechtsgrundlagen für euren konkreten Verein fachkundig prüfen.
Inhalte, die häufig vergessen werden
Neben den Hauptseiten fehlen in Projekten oft praktische Details:
- Anfahrt und barrierefreier Zugang
- Ansprechpartner bei kurzfristigen Änderungen
- Ferien- oder Saisonpausen
- Kosten eines Probetrainings oder einer Teilnahme
- Altersgrenzen
- benötigte Ausrüstung
- Downloadformate mit verständlichen Dateinamen
- Bankverbindung und eindeutiger Verwendungszweck
- Bildnachweise
- Informationen für Presse und Sponsoren
Nicht jeder Verein braucht jeden Punkt. Die Liste hilft, blinde Flecken zu erkennen.
Was besser nicht auf die Website gehört
Veröffentlicht nur, was für den Zweck erforderlich und freigegeben ist.
Kritisch sind insbesondere:
- private Kontaktdaten ohne klare Zustimmung
- vollständige Mitgliederlisten
- interne Protokolle oder Zugangsdaten
- Fotos ohne geklärte Rechte
- sensible Informationen über Kinder oder hilfesuchende Personen
- veraltete Formulare
- PDFs, deren Inhalt eigentlich direkt als Webseite lesbar sein sollte
Prüft alte Websites nicht nur darauf, was übernommen werden soll. Fragt bei jedem Inhalt auch, ob er weiterhin öffentlich sein muss.
Aktuelles: nur mit Redaktionsplan
Ein Newsbereich kann Veranstaltungen dokumentieren, lokale Auffindbarkeit stärken und Vereinsleben zeigen. Er braucht aber Verantwortung.
Legt vorher fest:
- wer Beiträge schreibt
- wer Bilder auswählt und Rechte prüft
- wer freigibt
- wie schnell nach einem Ereignis veröffentlicht wird
- was mit alten Beiträgen geschieht
Wenn niemand diese Aufgabe zuverlässig übernimmt, startet ohne Newsbereich. Eine schlanke, aktuelle Website ist besser als eine umfangreiche, sichtbar verlassene.
Texte verständlich schreiben
Gute Vereinstexte sind konkret:
- kurze Sätze
- aktive Formulierungen
- bekannte Begriffe
- erklärte Abkürzungen
- klare Zwischenüberschriften
- ein Thema pro Absatz
- eindeutige Links
Schreibt nicht „Hier klicken", sondern „Mitgliedsantrag herunterladen" oder „Probetraining anfragen". Der Link bleibt dadurch auch außerhalb des Satzkontexts verständlich.
Bilder auswählen und vorbereiten
Echte Bilder zeigen Gemeinschaft besser als generische Motive. Für jede wichtige Seite reichen oft ein bis drei gute Aufnahmen.
Vor der Veröffentlichung sollte geklärt sein:
- Wer hat das Bild aufgenommen?
- Darf der Verein es verwenden?
- Sind erkennbare Personen einverstanden?
- Ist die Nutzung bei Minderjährigen korrekt abgestimmt?
- Ist das Bild aktuell?
- Welche Information vermittelt es?
Komprimiert große Originaldateien für das Web. Ein Foto muss nicht mehrere Megabyte wiegen, um auf einem Smartphone gut auszusehen.
Die Übergabe-Checkliste für Inhalte
Bevor Design und Entwicklung beginnen, sollte ein gemeinsamer Ordner enthalten:
- Vereinslogo als Vektor- oder hochauflösende Datei
- kurze und lange Vereinsbeschreibung
- Liste aller Angebote und Abteilungen
- Zeiten, Orte und Ansprechpartner
- Mitgliedschaft und Beiträge
- kommende Termine
- freigegebene Bilder mit Zuordnung
- Downloads und Formulare
- Impressumsangaben
- Informationen zur tatsächlichen Datenverarbeitung
Benennt Dateien verständlich und markiert, welche Version final ist. Das verhindert, dass im Launch versehentlich ein alter Beitrag oder ein falsches Formular erscheint.
Weniger Seiten, bessere Antworten
Eine gute Vereinswebsite gewinnt nicht durch Umfang. Sie gewinnt, wenn Interessierte in kurzer Zeit verstehen, wer ihr seid, was ihr anbietet und wie sie mitmachen können.
Beginnt mit den sieben Kernseiten, benennt Zuständigkeiten und veröffentlicht nur Inhalte, die jemand aktuell halten kann. Danach lässt sich die Website anhand echter Fragen erweitern.
Wenn euch für die professionelle Umsetzung das Budget fehlt, könnt ihr euch für eine kostenlose Vereinswebsite von Pyrra bewerben. Was dabei tatsächlich kostenlos ist und welche externen Ausgaben möglich bleiben, erklärt die Kostenübersicht für Vereinswebsites.